Daniele Dell'Agli : Tagesformen : August


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1. August:

nichts als
ein langgezogener laut ins blaue hineingeraten. hebung, senkung: beliebig. dadurch ein strich.

2. August:

tag danach
wo steht geschrieben, daß dieser tag ewig dauert?

3. August:

gütertrennung
die katze auf dem dach den esel im sack

4. August:

lichtjahre entfernt -
fremde signale, schwache frequenz. was jagst du, gespaltener kern - initialen des lebens? den rest transzendenz?

5. August:

vademecum
paris ist out, venedig landunter; berlin nicht alt genug, und nach rom können wir immer.

6. August:

kurze leine
den letzten beißt das gewissen

7. Juli:

lange leine
mortuus non mordet: wer's glaubt wird selig

8. August:

auf dem hippocampus (frontbericht)
reformstau vor der hirnblutschranke: niemand steigt in denselben fluß.

9. August:

fragezeichen
es hat ein jedes seinen haken an dem es hängt verkehrt in sein sein.

10. August:

frei nach... (n.n.)
die zeit wächst, weh dem der ein kind ist seiner zeit!

11. August:

der kronzeuge (heimlich)
gegen die schwerkraft des sündenfalls spannt er den fallschirm der lustreime

12. August:

dumm gelaufen
lange beine strafen stolze lügen

13. August:

hundstage (on the rocks )
spitze namen, flache ufer: nur im sommer zu gebrauchen wenn die flüsse stocken und die arme rudern.

14. August:

vor dem gesetz (alles doppelt)
jeder spricht für sich allein

15. August:

diätplan (sauregurken)
1. blut, schweiß und tränen (fällt aus) 2. langsame viertel (nichts halbes, nichts ganzes) 3. spreu vom weizen, lange fackeln, fäustchenlachen

16. August:

[corrigenda]
der begriff des hundes beißt sich in den schwanz

17. August:

im auge des orkans
draußen wütet die spirale, die millibare stürzen, rückwärts spult die uhr.

18. August:

[aus dem logbuch]
23 Uhr 30, temperaturtief: im rückspiegel schwankende gestalten, der sinn fürs epische erwacht, post festum. und schon bist du am ende, bevor du richtig angefangen hast.

19. August:

work in progress
viele stimmen vereiteln die absicht, wenige die einsicht

20. August:

ewige wiederkehr, antizyklisch (2)
der spiegel steigt, die werte fallen die hoffnung fällt, die pulse steigen die spannung steigt, der vorhang fällt

21. August:

hundstage (dreifaltig)
zwischen geist und knochen der ausgewrungene schwanz.

22. August:

flaschenpost
jeder trägt seine unsichtbaren träume mit sich. jean luc godard

23. August:

wohin mit
den gestochen scharfen träumen, den algorhythmischen visionen und undurchdringlichen gläsern?

24. August:

selberschuld
morgens zu wenig, mittags zu zweit abends zu hämisch, mittnachts vielleicht

25. August:

schönheit von außen
"langsam, langsam hart werden wie ein edelstein - und zuletzt still und zur freude der ewigkeit liegen bleiben." (friedrich nietzsche)

26, August:

hundstage (trial and error)
hier und da ein schmerzzerstäuber eine durchgeschwitzte these im staubgewirbel eines sonnentrahls

27. August:

vademecum
früh steht geschrieben, was spät bereut wird

28. August:

nichts für ungut
was ich nicht bin, macht mich nicht reich was ich nicht kann, macht mich nicht dumm was ich nicht hab, geht dich nichts an

29. August:

höchste zeit,
wenn der sonnenwirbel sich mit hagelkörnern schmückt sein tiefstes blatt zu wenden.

30. August:

von der wiege bis zur bahre (nichtzutreffendes streichen)
1. balken biegen, glieder fahren 2. ärmel schütteln, dumm verkaufen 3. erbsen zählen, wege gabeln

31. August:

tagesform, extropisch
fliegensummen in der hohlen faust. ausgekochte kindermusen. sommerschlußverkauf.