Daniele Dell'Agli


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non dolet

mit dem sekundenschlaf über alle berge
mit allen stimmen die vom blatt schwirren
allen obertönen die aus den jahresrillen 
deines echospeichers springen
mit dem letzten takt vor dem geschwindigkeitstrichter 
mit schetternden glissandi durchs wirrwarr 
der organe durch gliedernetze und geplatzte 
perspektiven mit der staureportermeldung 
durch bilderstürme und planquadrate
mit geschlossenen augen und den ängsten 
die davonfliegen
mit dem schock der die rauschquellen unterbricht
die lebensträume den schicksalsclinch
mit dem restlicht des familienalbums
verblaßten ähnlichkeiten und verwischten
mit allen narben flecken muttermalen
fixsternen die auseinanderdriften
mit dem wachsenden abstand
von den konversionsflächen
und kleiner winkenden händen am ende des tunnels
mit diesen tauben händen und dem neunuhrfünfzehn 
zurück an den anfang

mit nichts von alledem

nicht mit abschiedsreimen noch mit tagesresten
mit keinem der dabei war keiner die es besser wußte
keinem verratenen wunsch keinem verwünschten spagat
nicht mit der soundsovielten der längst fälligen 
der allerletzten hoffnung schaukelnd
über leitfeuer und rüttelschwellen 
schaukelnd am gekrümmten horizont

mit nichts als

den paar wortwracks die übrig blieben 
ausgebrannten blicken kalenderfetzen 
und dieser stimme aus dem echospeicher  
wenn die zeit still steht
über den bergen
und der sekundenschläfer 
seine pulswelle auskämmt